Auszeichnungen
Trainer Ulli Theis ist mit der HSG WBW auf dem Weg in die Oberliga
Hinten unter 23, vorne im Schnitt 28,5
Im Mai 2013 hat Ulli Theis das Traineramt übernommen. Nun ist er mit den jungen Landesliga-Handballerinnen der HSG Weiterstadt/Braunshardt/Worfelden auf dem besten Wege in die Oberliga.
Als Tabellenführer ging die HSG in die Weihnachtspause, hat eine überzeugende Hinrunde gespielt. Mit 19:3 Punkten hat sie aber nur einen Zähler Vorsprung auf die FSG Dieburg/Groß-Zimmern/Babenhausen. So mahnt Ulli Theis zu Vorsicht: „Wir schauen von Spiel zu Spiel und reden überhaupt nicht von der Meisterschaft.“
Druck will er auf gar keinen Fall ausüben: „Wir sind ohne große Ambitionen in die Runde gegangen. Ziel ist es, eine junge Mannschaft langfristig aufzubauen, damit sie auch reif ist für höhere Aufgaben.“
Aber natürlich freut es Ulli Theis, dass sein Team nach der ersten Saisonhälfte so gut dasteht und in elf Spielen erst eine Niederlage hinnehmen musste – mit 25:33 bei Verfolger Dieburg. Dabei stellte der 64-jährige Coach, von Michael Raiß als Co- und Torwarttrainer unterstützt, bereits enorme Fortschritte fest, vor allem beim Abwehrverhalten.
Theis hat von einer defensiven 6:0- auf eine offensive 3:2:1-Deckung umgestellt. Eine team- und ballorientierte Variante, die hohe taktische Disziplin ebenso wie schnelle Leute und gute Keeper erfordert. Alles bringen die WBW-Handballerinnen mit. „Aus dieser Deckungsformation heraus kommen wir zu vielen Toren über die erste Welle“, erklärt der in Nauheim wohnende B-Lizenz-Inhaber, „und wir haben mit Melanie Nickel und Kerstin Schröbel zwei starke Torhüterinnen, die auch lange Pässe spielen können“. Die zuvor hohe Quote von 27 Gegentreffern pro Spiel hat sich dadurch schon auf unter 23 reduzieren lassen.
In der Offensive sind dem Tabellenführer im Schnitt stolze 28,5 Tore gelungen. „Und dabei fallen vom Kreis und auf Außen genauso viele wie im Rückraum. Wir haben oft Spiele, in denen alle Spielerinnen getroffen haben“, hebt der HSG-Coach die Stärke seiner Mannschaft hervor. So ist es kein Wunder, wenn Theis versichert: „Es macht mir viel Freude hier. Es läuft harmonisch und rund. Bei den Spielerinnen sind viel Talent und Aufnahmefähigkeit vorhanden, um die Vorgaben umzusetzen.“
Großen Wert legt er neben der Athletikausbildung während der dreimal zweistündigen Trainingseinheiten pro Woche auf Gespräche mit seinen im Schnitt erst 21 Jahre alten Schützlingen. „Jeden Montag nach den Spieltagen machen wir eine Mannschaftsbesprechung. Darüber hinaus gibt es Einzelgespräche und regelmäßige Teamsitzungen. Es ist wichtig, viel zu reden und den Spielerinnen in konstruktiver Weise ein Feedback zu geben.“ Nach vier Jahren bei den Frauen des BSC Kelsterbach, die er in die Landesliga führte, ist dem früheren Oberliga-Spieler mit den WBW-Handballerinnen erneut ein Titel zuzutrauen.
Dabei hofft er in der Rückrunde auf eine Verbesserung der Personalsituation. Zeitweise musste seine Mannschaft in der Hinrunde bis zu drei Rückraumspielerinnen ersetzen. Alisa Nathmann ist nach einer Schulter-Eckgelenkverletzung aber wieder im Training und Romina Hoelzl von ihrem dreiwöchigen, beruflich bedingten Österreich-Aufenthalt zurückgekehrt.
Katrin Mayschak und Sarah Jakob fallen dagegen für den Rest der Saison wegen langwieriger Kreuzband-Verletzungen aus. Und die 23-jährige Mira Olk, vom BSC Kelsterbach eigentlich als Verstärkung dazugekommen, steht wegen einer Berufsausbildung weiterhin nur sporadisch zur Verfügung.
Gestützt auf Carina Schneider, für Theis „eine spielentscheidende Figur“, hat sein homogenes Team gezeigt, dass es die Ausfälle erstaunlich gut kompensieren konnte. So gehen die WBW-Frauen voller Zuversicht ins neue Handballjahr.
Da soll als Erstes am 18. Januar beim TV Langenselbold das 28:28 vom Hinspiel verbessert werden und danach zu Hause gegen Griesheim ein deutlicherer Sieg als beim 25:24 zu Saisonbeginn herausspringen.
Bericht: Gabi Wesp-Lange

Gut gemacht: Über eine gelungene Hinrunde in der Landesliga freuen sich die Handballerinnen der HSG Weiterstadt/Braunshardt/Worfelden mit (von links) Trainer Ulli Theis, Alisa Nathmann, Co-Trainer Michael Raiß und Katrin Mayschak mit (vorne) Torhüterin Melanie Nickel. Foto: Thomas Zöller





















