Damen 1 verlieren in Erfelden

26.04.2014

ESG Erfelden - Damen 1 24:22 (6:8)

Am Ende eines spannenden Kreisderbys war die Überraschung perfekt. Mit Ovationen im Stehen wurden die Landesliga-Handballerinen der ESG Erfelden von ihrem Anhang lautstark gefeiert. Mit 24:22 (6:8) hatten sie sich in eigener Halle gegen die hochfavorisierte HSG Weiterstadt/Braunshardt/Worfelden durchgesetzt. Und das durchaus verdient.

Die Erfelderinnen wahrten damit ihre letzte Chance auf den Klassenerhalt. Auch wenn die direkten Konkurrenten, die FSG Odenwald und die HSG Dietzenbach, ebenfalls punkteten, ist ihnen das Erreichen des sicheren fünftletzten Platzes am letzten Spieltag theoretisch noch möglich.

Für die WBW-Handballerinnen ist die Meisterschaft dagegen gelaufen. Der FSG Dieburg/Groß-Zimmern/Babenhausen reichte ein 23:23-Unentschieden gegen die FSG Odenwald zum vorzeitigen Titelgewinn und Oberliga-Aufstieg.

Nie mehr als zwei Tore hatte die beiden Kreisteams voneinander getrennt. In der nervenaufreibenden Schlussphase konnten die Gäste, die das Hinspiel noch deutlich mit 37:19 gewonnen hatten, durch Nicole Hartweck zwar zum 20:20 (53.) ausgleichen. Und nach der 22:20-Führung von Erfelden (55.) durch zwei Tore von Katharina Schuldt egalisierte Susann Leibl noch einmal für den Tabellenzweiten.

Mit einem cool verwandelten Siebenmeter der erfahrenen Annette Amend kamen die Gastgeberinnen jedoch in der 58. Minute zur 23:22-Führung, die sie nicht mehr abgaben. Kurz darauf vereitelte die souveräne Judith Maul im Erfelder Tor eine Chance von WBW und leitete damit einen Tempogegenstoß ein, den schließlich erneut Katharina Schuldt zum umjubelten 24:22 nutzte. In der letzten halben Minute konnten die Gäste nichts mehr ausrichten.

WBW-Coach Ulli Theis war bedient. “Wir hätten mit fünf Toren führen können”, beklagte er vor allem in der zweiten Halbzeit teils großes Wurpech, wobei seine Mannschaft, zeitweise mit zwei Treffern vorne liegend, mehrmals an Pfosten und Latte scheiterte. “Wir hatten einfach nicht den nötigen Biss”, bedauerte Theis und wartete vergeblich auf den Moment, “wo wir das Spiel im Griff hatten”. Auch Walter Klink vom WBW-Vorstand sah seine Mannschaft “unter ihren Möglichkeiten”. Vor allem in der ersten Halbzeit schwach im Angriff, habe sie sich in der zweiten Hälfte trotz einer Zwei-Tore-Führung “den Schneid abkaufen lassen”.

Während Ulli Theis zerknirscht von der “schlechtesten Saisonleistung” sprach, bescheinigte die Erfelder Keeperin Judith Maul mit einem Strahlen im Gesicht ihrem Team “die stärkste Saisonleistung”. “Wir haben kaum technische Fehler gemacht und uns das ganze Spiel über an die taktischen Vorgaben behalten.”

Sehr zur Freude von Trainer Arne Pathenschneider, der nach Spielende glücklich erklärte: “Heute bin ich stolz auf meine Mannschaft. Wir haben von Anfang bis Ende unseren taktischen Plan eingehalten.” In der ersten Halbzeit dank guter defensiver Deckungsarbeit nur acht Gegentreffer zulassend, sei ihm klar gewesen: “Wenn wir wenig Tore kassieren und je länger das Spiel dauert, umso größer die Chancen für uns.”

Dass es am Ende dann tatsächlich zum Sieg reichen würde, hatte allerdings auch Annette Amend lange nicht glauben können. Zumal ihrer Mannschaft in den letzten zehn Minuten die Kräfte schwanden. “Aber wir haben toll gekämpft, und der Siebenmeter war dann wohl entscheidend.”

Als sie beim Stand von 22:22 zwei Minuten vor Schluss zum Wurf antrat, empfand die routinierte Erfelderin kein Nervenflattern: “Ich habe mich gut gefühlt.“ Und sie traf.

Als danach Judith Maul parierte und Katharina Schuldt zum 24:22 einnetzte, konnten die Erfelder Fans unter den rund 120 Zuschauern, darunter ein Drittel von WBW, mit dem letzten Saisonheimspiel vollauf zufrieden sein. Im Gegensatz zum Gäste-Anhang, der trotz lautstarker Trommel-Unterstützung eine enttäuschte Vorstellung seines Teams sah.

Spielfilm: 0:1, 2:1, 4:3, 5:6, (6:8), 7:9, 9:11, 10:12, 13:12, 14:13, 14:15, 15:16, 16:17, 18:17, 19:18, 20:19, 20:20, 22:20, 22:22, 24:22.

Tore für Erfelden: Annette Amend (6/4), Nadja Feldman (5), Katharina Schuldt (4), Nane Stumpf (4), Uta Prenzel (2), Nadja Auernhammer (2), Michelle Gläser.

WBW-Tore: Susan Leibl (4/1), Celina Schwarzkopf (4/2), Stephanie Nickel (3), Naima Volz (2), Fabienne Wamser (2), Nicole Hartweck (2), Romina Hoelzl (2), Alisa Nathmann (2), Carina Schneider.

<< zurück

Sponsoren