Auszeichnungen
Udo Rau - Vizepräsident Recht des Hessischen Handballverbandes
Udo Rau, Mitglied der HSG WBW, ist vor kurzem zum Vizepräsident Recht im Hessischen Handballverband gewählt worden. Somit besetzt Udo Rau eines der wichtigsten Ämter innerhalb des Landesverbands. Wie es dazu kam, berichtet er im Tigerfieber der Saison 2025/2026.
Hallo Udo, du bist dem Handball in Weiterstadt und der HSG WBW seit Jahren eng verbunden. Wie kam es zu dieser engen Bindung?
Udo Rau: In der Jugend habe ich bei TuS Griesheim gespielt und bin dann beim Übergang zu den Aktiven zur SGW gewechselt. Dort bin ich sofort freundlich und herzlich aufgenommen worden. Besonders gut hat mir auch das Vereinsleben außerhalb des Handballspiels wie Vereinsfahrten zum Skifahren, Kajakfahren und insbesondere die Fahrten zu unseren Partnervereinen HV Tornado Herrhugowaard und Schlotheim gefallen. Höhepunkt des Jahres war aus meiner Sicht auch immer das von uns ausgetragene Turnier, zu dem Mannschaften der Partnervereine als auch aus der Schweiz (Bödeli) kamen. Bei dieser Gelegenheit habe ich dann auch Corina kennen gelernt und bin mittlerweile mit ihr über 26 Jahre verheiratet.
Da ich handballerisch nur semi-begabt war, habe ich versucht, mich auf andere Art für den Verein zu engagieren. Unterstützung des Vorstandes, Mitorganisation von Handballturnieren, Sommerfest oder Tag des Handballs waren einige Highlights.
Zwischen der SG Weiterstadt und dem TSV Braunshardt bestand in der Vergangenheit eine gesunde Rivalität. Wie stehst du zu dem Zusammenschluss im Jahr 1995 und der Erweiterung durch die Handballabteilung der TSG Worfelden?
Udo Rau: Die zahlenmäßige und qualitative Entwicklung im Jugendbereich und damit auch die Erfolge im Bereich der aktiven Mannschaften hat eigentlich klar gezeigt, dass die Zusammenschlüsse für den Handballsport in Weiterstadt, Braunsahrdt und Worfelden alternativlos waren. Die Erringung der Hessenmeisterschaften der männlichen C-Jugend in der Saison 2013/2014 und der weiblichen C-Jugend in der Saison 2024/2025 sind ein Beleg hierfür. Zahlreiche Jugendliche schafften auch den Sprung in die Auswahlmannschaften des Handballbezirks, des HHV und sogar in die Sichtungslehrgänge des DHB.
Im aktiven Bereich kann der Aufstieg in die 3. Bundesliga der Frauen im Jahr 2018 als größter sportlicher Erfolg gewertet werden. Bei der erneuten Hessenmeisterschaft der Damen im Jahr 2014 scheiterte man leider in einer Qualifikationsrunde um den Aufstieg in die 3. Bundesliga.
Als Rechtsanwalt hast du juristisches Verständnis. Aber was befähigt dich, die Funktion des Vizepräsidenten Recht im HHV auszuüben?
Udo Rau: Im Jahr 2012 habe ich den Vorsitz beim Verbandsgericht beim Hessischen Handballverband übernommen, nachdem ich bereits viele Jahre Vorsitzender vom Bezirkssportgericht im Bezirk Darmstadt war. In den Sportgerichtsverfahren ging es unter anderem um die angemessene Höhe von Bestrafungen von Spielern und Funktionären, die sich auf dem Spielfeld oder auch außerhalb des Spielfeldes nicht so verhalten haben, wie es dem Handballsport guttun würde.
Ich bin bereits seit vielen Jahren Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Sportrecht und habe im Jahr 2019, als der neue Fachanwalt für Sportrecht eingeführt wurde, den dazugehörigen Lehrgang erfolgreich abgeschlossen.
Mittlerweile werden die Sportgerichtsverfahren immer formaler und anspruchsvoller. Trotzdem war es für mich immer ein Anliegen, als „Mann der Kabine“, der den Handballsport mit allen seinen Emotionen auf der Platte, als auch vor und nach dem Spiel in der Kabine, erlebt hat, bei all den Verfahren trotz aller Juristerei nicht aus den Augen zu verlieren und in den Vordergrund zu stellen.
Gibt es große Aufgaben, die du als Vizepräsident Recht angehen möchtest?
Udo Rau: Der gesellschaftliche Wandel macht auch vor unserem Handballsport keinen Halt. Früher haben sich Sportler zwischen Fußball oder Handball entschieden, mittlerweile gibt es ein unzählbares Angebot von sportlichen und nichtsportlichen Freizeitaktivitäten. Auch die Ganztagsschule zwingt den Handball zum Umdenken. Hier können wir bei unseren Strukturen und der Organisation mit Sicherheit von anderen Ländern (Frankreich, Dänemark) lernen.
Innerhalb vom HHV steht die Agenda 2028 mit großen Reformen auf dem Tagesplan. Die Bezirke und die Verwaltung müssen umstrukturiert und den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden. Bezirke werden zusammengelegt, überflüssige oder nichtbesetzte Funktionärsposten werden gestrichen. Die bezirks- oder auch verbandsübergreifenden Ligen werden dabei eine wichtige Rolle spielen.
Lieber Udo, wir sind mächtig stolz, dass wir einen Vertreter unseres Vereins auf der administrativen Ebene des Hessischen Handballverbands haben. Herzlichen Dank für dein Engagement rund um den Handballsport. Wir wünschen dir stets eine gute Hand bei der Ausübung deiner neuen Funktion.






















